Der Freundeskreis Tambacounda e.V. möchte mit einem offenen Brief an das niedersächsische Kultusministerium auf die inhaltlichen Misstände des für das Zentralabitur 2011 vorgesehene Lehrbuch A la découverte de l'Afrique noire francophone hinweisen:
Das frankophone Afrika wird in der ausgewählten Literatur als problembehaftet und rückständig konstruiert. Es fehlen vertiefende Hinweise auf die Kolonialgeschichte, zu der nur ein Titel vorliegt, obwohl diese doch der Grund für die Existenz eines frankophonen Afrikas ist, sowie auf das jetzige Afrika. Eine differenzierte Auseinandersetzung ist anhand dieser Texte nicht möglich. Die Konsequenz ist, dass die SchülerInnen glauben über Wissen zu Afrika zu verfügen, obwohl sie nur einen minimalen, einseitigen Einblick erhalten haben.
Wir möchten daher an Sie appellieren, den Themenschwerpunkt zu überarbeiten, denn die Auswahl entspricht den Erwartungen an eine zeitgemäße Anthologie in keiner Weise.
Die Themenauswahl sollte sich an aktuellen Fragestellungen orientieren und nicht nur Probleme und Dorfleben darstellen. Wünschenswert wäre auch eine stärkere Orientierung an AutorInnen, die repräsentativ für die afrikanische Literatur sind. Eine Beschäftigung mit Werken anerkannter SchriftstellerInnen würde nicht nur die Qualität afrikanischer Literatur, sondern auch ein differenziertes Bild Afrikas zeigen und somit gegen stereotype Vorstellungen und Rassismus arbeiten.
Die vollständige kritische Rezension von Dr. M. Moustapha Diallo, Lehrbeauftragter an der Universität Paderborn, finden sie hier als Download
Auszug aus dem Antwortschreiben des Niedersächsichen Kultusministeriums auf den offenen Brief:
"Sehr geehrter Herr Sané,
ich komme zurück auf Ihr Schreiben an Herrn Minister Dr. Althusmann, in dem Sie die Themenauswahl des Thematischen Schwerpunktes 2 des Faches Französisch für das Zentralabitur 2011 beanstanden. Herr Minister hat mich gebeten, Ihnen zu antworten. Dieser Bitte komme ich gerne nach. [...]"
Die vollständige Version des Briefes finden Sie hier .
Auch in der Presse wird über dieses Anliegen diskutiert. Ein Artikel aus der HAZ vom 22.01.2011 finden Sie hier .
Eine Diskussion über das Büch unter anderem mit Schülern können Sie sich hier herunterladen.