Afrika ist mit einer Fläche von 30,3 Millionen km² nach Asien der zweitgrößte Kontinent der Erde. Rund 885 Millionen Menschen leben in 53 Staaten. Der bevölkerungsreichste Staat ist Nigeria mit knapp 140 Millionen EinwohnerInnen. Der bevölkerungsärmste Staat sind die Seychellen mit 80.000 EinwohnerInnen. Insgesamt zählt der Kontinent 3.000 verschiedene Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 eigenständige Sprachen. Die Einwohnerdichte beträgt 30 EinwohnerInnen pro km².
Trotzdem wir heute im Zeitalter der Globalisierung leben, ist der afrikanische Kontinent für viele EuropäerInnen immer noch ein relativ unbekannter Kontinent, der in erster Linie von Elend, Katastrophen, Krankheiten, Krieg, aber auch von Exotik und ursprünglicher Natur geprägt ist. Die meisten Bilder und Vorstellungen von Afrika und vor allem der afrikanischen Menschen stammen jedoch aus der Kolonialzeit und haben sich seitdem kaum verändert. So wird Afrika meist als "ein" Land wahrgenommen und das tägliche Leben als Leben in dörflichen Gemeinschaften. Das städtische Leben und der normale Alltag von AfrikanerInnen bleibt weitestgehend unberücksichtigt. Daneben herrscht die Auffassung, dass fast alle AfrikanerInnen, die im europäischen Ausland leben, politische Flüchtlinge und AsylbewerberInnen sind. Das es erfolgreiche AfrikanerInnen gibt, die hervorragende Leistungen in Wissenschaft, Informatik, Wirtschaft und Politik vollbringen, wird nicht wahrgenommen. Meist erfolgt eine Reduzierung der Fähigkeiten auf kochen, trommeln, singen, tanzen und Sport.
Seit 1992 bemüht sich der Freundeskreis Tambacounda e.V. ein differenziertes Afrika-Bild aufzuzeigen. Der Verein hat in den vergangenen Jahren durch unterschiedliche Veranstaltungen, Seminare, Studienreisen und Besuche an vielen hannoverschen Schulen dazu beigetragen, dass Westafrika, der Senegal und Tambacounda den Menschen in Hannover bekannter und vertrauter wurde. Diesen Weg gehen wir mit dem Projekt „Afrika macht Schule“ weiter. Denn insbesondere in der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen zeigte sich, dass der gängigen Betrachtungsweise afrikanischer Kultur eine differenzierte Betrachtungsweise gegenübergestellt werden muss. Dabei ist festzuhalten, dass den meisten nicht bewusst ist, dass die Bilder in ihren Köpfen nichts mit der afrikanischen Wirklichkeit zu tun hat. |
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