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Deutsche Kolonialpolitik

 

Deutsche Kolonialpolitik
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Deutschland unter Kaiser Wilhelm und Reichskanzler Bismarck im Zuge der Industrialisierung zur wirtschaftlichen Großmacht. Anhand von Kolonien sollten neue Absatzmärkte geschaffen werden, ebenso wollte man sich an den Rohstoffen bereichern und von innenpolitischen und innereuropäischen Problemen ablenken. Schließlich tat man es den schon bestehenden Kolonialmächten Frankreich und Großbritannien gleich und begann Kolonien in Afrika zu errichten. Auf der Berliner Kongo-Konferenz 1884, an der die europäischen Kolonialmächte teilnahmen, um Afrika unter sich aufzuteilen, sicherte man sich die Gebiete Deutsch-Ost-Afrika (heute Tansania) , Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia) sowie Togo und Kamerun.
Der Politiker Carl Peters reiste 1884 nach Afrika und schloss den ersten Kolonialvertrag mit dem Sultan von Usagara (heutiges Tansania) ab. Diese Verträge wurden jedoch unter unrechtmäßigen Bedingungen abgeschlossen. Peters suchte meistens die AnführerInnen einer Bevölkerungsgruppe auf und legte ihnen nach reichlichem Alkoholkonsum deutschsprachige Schriftstücke vor, die sie unterschreiben sollten. Peters erklärte, dass es sich dabei um Schutzverträge handele, die sie vor Feinden schützen sollten und sagte ihnen dabei die Hilfe Deutschlands zu. Aufgrund ihrer Unzurechnungsfähigkeit unterschrieben die alkoholisierten Menschen die Verträge.  
Die Ausbeutung der Kolonialisierten sollte neue Profitmöglichkeiten und wirtschaftliches Wachstum in Deutschland schaffen. In der Bevölkerung fand diese Tatsache breite Akzeptanz. Es wurde in den Medien ein Bild von romantischen Abenteuergeschichten anhand der Erfahrungen der anderen, bereits bestehenden Kolonialmächten gezeichnet. Man war der Meinung, man müsste Afrika kulturell missionieren und dürfte bei der Aufteilung der Welt keineswegs zurückstehen. Das dies große Menschen-rechtsverletzungen mit sich bringen würde und die afrikanischen BürgerInnen als minderwertig angesehen wurden, wurde ohne zu hinterfragen in Kauf genommen.
1891 fing Deutschland an, die Verwaltung der annektierten Kolonien zu übernehmen. Es wurde eine koloniale Wirtschafts- und Sozialstruktur errichtet. Man zwang die AfrikanerInnen Steuern zu zahlen und machte sie sich damit zu eigen. Die Menschen konnten sich diese Abgaben nämlich nicht leisten und mussten somit für die Kolonialherren arbeiten. Die Steuer wurde innerhalb einiger Jahre noch einmal stark erhöht so dass die Menschen noch mehr arbeiten mussten z.B. auf Baumwollfeldern. Viele Menschen starben bei dieser schweren körperlichen Tätigkeit. 1905 begannen die ersten Aufstände der unterdrückten AfrikanerInnen gegen ihre Kolonialherren. Die Deutschen reagierten daraufhin mit der Beschlagnahmung von Vieh und Vorräten. Ebenso brannten sie ganze Dörfer nieder. 1906 waren die Kämpfe beendet. In Deutsch-Südwest-Afrika (heute Namibia) bauten die Kolonialherren eine Eisenbahn und zerstörten die Weideplätze der dort lebenden Hereros. Dies war ein klarer Bruch des vorher unterzeichneten Schutzvertrages und die Hereros protestierten gegen dieses Vorhaben. Daraus entwickelte sich der größte Aufstand innerhalb einer deutschen Kolonie. Die Deutschen töteten dabei 65.000 Hereros mit absoluter Grausamkeit. Dazu Lothar von Trotha, damaliger Gouverneur von Süd-West-Afrika: „Ich vernichte die aufständischen Stämme mit Strömen von Blut und Strömen von Geld.“ Heute wird die Ermordung der Nama und Hereros als Völkermord klassifiziert.
1911 erreichte der Deutsche Kolonialismus mit der Vergrößerung der Kolonie in Kamerun ihren Höhepunkt.
1919 mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Abschluss des Vertrags von Versailles musste Deutschland alle seine Kolonien abgeben. Während der Weimarer Republik wurde erneut Kolonialisierungsbestrebungen nachgegangen. Diese wurden jedoch nicht realisiert.

 

 
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