Afrika Macht Schule

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LehrerInnen-Fortbildung
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Nach einer kurzen Kaffeepause übernahm Prof. Dr. Barricelli, der den Lehrstuhl für die Didaktik der Geschichte an der Leibniz Universität Hannover besetzt. Er präsentierte das Konzept der shared history. Die zunehmende Ausdifferenzierung der Gesellschaften und der Lebensformen führte dazu, dass auch die Geschichte immer ausdifferenzierter wurde und im Bestreben, dieses aufzunehmen, alles als Geschichte anerkannt wurde, auch subjektives Erleben. Diese Herangehensweise sei für das Schulfach Geschichte nicht umsetzbar. Problematisch ist jedoch, das bisher eurozentrisch geprägte, scheinbar homogene Geschichte gelehrt wird. Dieser ist es jedoch nicht möglich abweichende Erfahrungen zu verstehen oder wiederzugeben. Der Lösungsvorschlag von Prof. Barricelli sieht vor, dass die unterschiedlichen Sichtweisen von historischen Ereignissen zusammen gebracht werden, so dass eine gemeinsame Geschichte entsteht. Ein Zugang könnte sein, dass die deutschen Schulen sich anderen Sprachen öffnen und durch die Integration weiterer Sprachen auch andere Sichtweisen in den Unterricht einbeziehen. Die Nachfrage, ob bilingualer Unterricht nicht bereits eine Öffnung für eine andere Perspektive bedeute, verneinte Prof. Barricelli mit dem Hinweis, dass bilingualer Unterricht in einer der dominanten, anerkannten Sprachen wie Englisch und Französisch angeboten würde, nicht jedoch in einer der Sprachen der Menschen mit Migrationshintergrund. Für diese sei jeder Unterricht bilingual, weil bereits die deutsche Sprache eine Fremdsprache sei. Prof. Barricelli präsentierte ein Geschichtsschulbuch aus der Schweiz, dessen Aufbau sich grundsätzlich von deutschen Schulbüchern unterscheidet und ließ daran exemplarisch die Darstellung afrikanischer Geschichte untersuchen. Trotz der scheinbar neutralen Darbietung historischer Ereignisse wie beispielsweise dem Ende der Apartheid machte sich eine europäische Sichtweise bemerkbar, die gängige Stereotype über AfrikanerInnen reproduzierten. Während der Mittagspause wurden die Inhalte eifrig weiter diskutiert. Mit neuer Motivation startete der Workshop von Ibrahima Ndiaye, der Märchen als interkulturellen Zugang vorstellte. Herr Ndiaye erzählte davon, welchen hohen Stellenwert das Geschichtenerzählen in seiner Kindheit eingenommen hat und stellte heraus, welchen pädagogischen Nutzen es hatte. Der Workshop wechselte zwischen eigenen Erzählungen und praktischen Übungen, die Anregungen dazu gaben, Märchen und Geschichten für den eigenen Unterricht zu verwenden. Ein wichtiges Element war hierbei der Hinweis, dass manchen Kinder einfach nicht still sitzen können. Dies bedeute jedoch nicht, dass Kinder heute nicht mehr zuhören könnten. Man müsse das Erzählen nur so gestalten, dass sie sich zwischendurch bewegen dürften und einbezogen seien. So begann beispielsweise jede Geschichte mit der Formel für die Frage: „Wollt Ihr die Geschichte hören“ (Und krik?) Und erst wenn die Antwort: „Ja, wollen wir“ (Und krak!) dreimal gegeben wurde, begann die Geschichte. Diese Formel könne man immer wieder zwischendurch einsetzen und könne sich so der gespannten Aufmerksamkeit seiner ZuhörerInnen sicher sein. Die abschließende Evaluation regte dazu an, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Die Ergebnisse erhalten wir in den kommenden Wochen und freuen uns, sie in die Konzeption einer weiteren Fortbildung einfließen lassen zu können. Insgesamt handelte es sich um einen gelungenen Tag, der viele Anregungen bereit hielt.




 
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