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Bildungskrise in Tambacounda Drucken E-Mail

Bildungskrise in Tambacounda

Am 27. März um 18.00 Uhr, fand im Solar- und Hygienezentrum eine Konferenz unter dem Titel Bildungskrise in Tambacounda statt. Abdou Karim Sané begrüßte die TeilnehmerInnen und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Veranstaltung zu der Lösung der Probleme der Schulen beitragen könne. Monsieur Bedou Fall, Repräsentant des Bezirksschuldezernats, moderierte die Konferenz und leitete in die Thematik ein, indem er die Probleme wie unzulängliches didaktisches Material und zu viele ausgefallene Stunden anführte, die die Qualität der Bildung beeinträchtigten. M. Fall fügte an, dass nun die Weichen gestellt werden müssten, um den Verfall der Bildung in Tambacounda aufzuhalten. Anschließend stellte er M. Bangaly Diallo vor, der seinen Vortrag einleitete, indem er darauf hinwies, dass er viele Interviews geführt habe, die die Schwierigkeiten deutlich zeigten, die am Bildungssystem nagen, er aber auch Lösungsvorschläge vorstellen wird. Als Ursachen für die derzeitige Bildungskrise sieht er das oftmals schlechte Management der Schulen, die Anzahl der Lehrergewerkschaften, die die Verhandlungen mit dem Staat kaum erleichtern sowie die wechselseitige Verantwortungszuschreibung vom Staat, von den LehrerInnen und SchülerInnen für die Situation. Hinzu kommen mangelnde Kompetenzen der LehrerInnen aufgrund der Schwierigkeit, gut ausgebildete LehrerInnen nach Tambacounda zu holen. Eine weitere Schwierigkeit ist die fehlende Unterstützung der Eltern und das fehlende Vertrauen in den Staat. Doch fördern die Geldgeber eine gute Bildung? Welche Bildung wolle der Staat überhaupt? Übernehmen die Gemeinden ihre Verantwortung? Weiterhin stellte M. Diallo die Konsequenzen dar, die aus seinen Überlegungen hervorgehen: Die geringe Anzahl an Schulstunden resultiert in einem Niveauverlust der Schulen, so dass die Schulen als Bildungsinstitution an Wert und Glaubwürdigkeit verlieren. Die Leidtragenden sind die Angehörigen der zukünftigen Generationen, deren Bildung nichts mehr Wert sei. schließlich präsentierte M. Diallo ein Paket an Vorschlägen, wie der Bildungskrise nachhaltig zu begegnen sei. Die Grundbedürfnisse der Schulen dürften nicht verhandelbar sein und der Verwaltungsrat müsste seine Rolle ernst nehmen und durchsetzen. Zudem sollte der Rat der SchulleiterInnen SchülerInnen und LehrerInnen über die Funktion der Strukturen aufklären. Die Mitbestimmung bei der Gestaltung von Schule und Unterricht sollten wichtiger sein als die Finanzen. Insgesamt sollten die Bildungsinstitutionen selbstständiger werden, um Probleme lokal lösen zu können, dafür sollten Vollversammlungen bei Schulbeginn und Schuljahresende einberufen werden.

Es sollte eine dynamische Partnerschaft zwischen den Schulen und der Verwaltung aufgebaut werden, die auf Vertrauen basiert. Den SchülerInnen müsse wieder bewusst gemacht werden, dass sie ein Recht auf Bildung besitzen und dass die GeldgeberInnen die Bildung, die von der Bevölkerung gewollt ist, respektieren müssen. Weiterhin müsse der Elternbeirat neu strukturiert und animiert werden. M.Diallo stellte weiter heraus, dass die zentrale Rolle von LehrerInnen deutlicher werden müsste und diese Fortbildungen erhalten müssten.

Der Vortrag wurde mit Applaus bedacht und rief viele Fragen und Anmerkungen hervor. Der Vater eines Schülers wies darauf hin, dass es das Verhalten der PolitikerInnen sei, dass das Schulleben so kompliziert gestalte und dass es während der Trockenzeit in den Klassenräumen kaum auszuhalten sei. Der Vorschlag  eines Lehrers war, den Vortrag vor SchülerInnen zu wiederholen, damit diesen die Situation bewusst würde. Die Kommunikationskrise, in der sich die Schulen momentan befänden, sei dringender  abzubauen. Erst dann könne man sich mit den wiederkehrenden Streiks befassen. Eine Elternvertreterin verlieh ihrer Besorgnis Ausdruck, inwieweit die Ergebnisse der Konferenz in die Tat umgesetzt werden. M. Bangaly Keïta, Direktor der Schule Moriba Diakité und Präsident des Lehrerkollektivums wies darauf hin, dass die GeldgeberInnen das Bildungssystem respektieren sollten und nicht die Finanzen über alles bestimmen sollten, und hofft, dass es ein Echo in der Welt der Bildung geben wird. Es wurde vorgeschlagen, die Konferenz an einem anderen Ort (eventuell im Kulturzentrum) und in allen Dialekten stattfinden zu lassen, um andere Bevölkerungsteile zu erreichen und so für eine breitere Rezeption zu sorgen. Aber auch die Streiks werden als großes Problem gesehen, schließlich seien die SchülerInnen in Tambacounda auf der Straße, während im Rest des Landes gelernt würde. Alle waren sich einig, dass alle ihre Verantwortung übernehmen sollten, um die Krise zu überwinden.

Zum Abschluss wurde der Film „Regards Croisés“ gezeigt, der von sechs SchülerInnen der Schule Thierno Souleymane Agne realisiert wurde.
 
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