Afrika Macht Schule

Exkursion und LehrerInnen-Fortbildung Drucken E-Mail

Wie im Januar-Newsletter angekündigt, fand am 12. und 13. Februar im Solar- und Hygienezentrum eine LehrerInnen-Fortbildung zum Thema Erinnerungskulturen statt. Diese wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Lehrerbildung (EFI) organisiert und im Rahmen des Projektes « Afrika macht Schule » durchgeführt. Für die Moderation der Veranstaltung konnte Cheikhou Touré gewonnen werden, Fachberater im Bildungsbereich und Vorsitzender des REFORD (Réseau d’études de Recherche et de Formation Pour le développement). Nach dem Grußwort durch Abdourahmane NDiaye, Stellvertreter des Gouverneurs der Region Tambacounda und der Begrüßung durch Abdou Karim Sané, dem Vorsitzenden des Freundeskreis Tambacounda e.V. eröffnete der Vortrag von Brigitte Reinwald, Professorin für Afrikanistik am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover, die Fortbildung mit einem Vortrag zu « Le forcement est fini ! Les anciens combattants voltaïques et l’agencement des indépendances, 1945-1960 ». Sie stellte heraus, dass –entgegen der kolonialen Darstellung die ehemaligen KämpferInnen Obervoltas keine JasagerInnen waren, sondern auf beeindruckende Weise zur Unabhängigkeit beigetragen haben. Der darauf folgende Vortrag von Eloi Coly, Chefkonservateur des Sklavenhauses auf der Insel Gorée, zum Thema: «Die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit nach der Sklaverei», verdeutlichte, wie wichtig es ist, Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit wahrzunehmen. Alle  an diesem Kapitel der Geschichte Beteiligten müssen ihre Verantwortung anerkennen und bereit sein, sich mit den Folgen auseinanderzusetzen.

 

Im Anschluss arbeiteten die TeilnehmerInnen der Fortbildung in drei Workshops an unterschiedlichen Themenschwerpunkten: Dr. Djibril Seck führte in die „Praxis des kolonialen Kinos als Zeitvertreib“ ein, wobei sich herausstellte, dass Kino in der damaligen Zeit eine exklusives Ereignis für die höheren Klasse war. Dr. Ulrike Schmieder stellte am Beispiel des transatlantischen Sklavenhandels auf die französischen Antillen und Kuba heraus, dass die (bildliche) Darstellung der Sklaverei davon abhängt, wer darstellt (BefürworterIn oder AbolitionistIn). Eloi Coly warf die Frage der Reparationen auf, welche eine anregende und ergebnisreiche Diskussion über Art und Ausgestaltung zu leistender Wiedergutmachung nach sich zog. In der anschliessenden von Herrn Touré moderierten  Abschlussdiskussion fasste die Gruppe den Entschluss, ein Plädoyer für die Inangriffnahme der Reparationen zu formulieren. Dieses solle im Rahmen eines Buches veröffentlicht werden und sich damit auseinandersetzen, welche Schlüsse aus der Geschichte der Sklaverei, des Kolonialismus und der zwei Weltkriege aus afrikanischer Perspektive gezogen werden können. Das Buch soll gemeinsam von senegalesischen und deutschen WissenschaftlerInnen und Studierenden geschrieben werden, um so ein besseres Verständnis der verschiedenen Sichtweisen zu ermöglichen. Die Fortbildung fand ihren Abschluss in einer von KünstlerInnen aus Tambacounda entwickelten musikalischen Darstellung der Inhalte des Projektes „Afrika macht Schule“ und der Vorführung der Dokumentation „Gorée : lieu et mémoire“ über das Leben und das Erbe des ehemaligen Chefkonservateurs des Sklavenhauses auf Gorée, Joseph Boubacar Ndiaye.

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